Muskelverletzungen

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Muskelverletzungen gehören zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt. Beim Fußball liegt der relative Anteil bei 35%. 

Zudem gehören Muskelverletzungen, die ohne äußere Krafteinwirkung eintreten, zu den grundsätzlich vermeidbaren Verletzungen. Rezidive Verletzungen, also erneute Verletzungen der gleichen Region, kommen häufig vor und führen im Verlauf zu immer längeren Ausfallzeiten. 

Die statistisch häufigste Einzelverletzung betrifft die Oberschenkelrückseite mit der ischiocruralen Muskulatur. Eine gut trainierte und flexible Muskulatur, die neuromuskulär adäquat angesteuert wird, bietet einen guten Schutz vor Verletzungen der Gelenke und Bänder, schützt aber auch die Muskulatur selbst. 

Typ Bezeichnung 

Therapiedauer 

Schmerzhafte Muskelverhärtung (ermüdungsbedingt) 

1-3 Tage 

Schmerzhafte Muskelverhärtung (neurogen)

2-5 Tage 

Muskelzerrung (neuromuskuläre Zerrung) 

3-5 Tage

Muskelfaserriss (< / = 5mm Querausdehnung) 

10-14 Tage 

Muskelbündelriss (> / = 5mm Querausdehnung) 

ca. 6 Wochen

Muskelriss / sehniger Muskelausriss

ca. 12-16 Wochen 

Die funktionellen Muskelverletzungen mit kurzer Regeneration sind insgesamt häufiger als die strukturellen. Wichtig ist zu wissen, dass ein Muskel nicht nur aufgrund einer lokalen Schädigung schmerzhaft sein kann, sondern auch neurogen bedingt. Dann liegt die Ursache in strukturellen oder funktionellen Störungen der Lendenwirbelsäule oder des Iliosakralgelenks. Bei diesen Störungen erfolgt eine ursächliche Therapie in erster Linie an der Wirbelsäule und nicht an der Muskulatur selbst. 

Zur Prävention von Muskelverletzungen gehört selbstverständlich ein ausreichendes Aufwärmen vor sportlichen Belastungen. Das Erkennen von Asymmetrien und Dysbalancen mit den bekannten Screening-Methoden und der Ausgleich’ mit korrigierenden Übungen.

Gerade Defizite in der neuromuskulären Kontrolle der Lenden-Becken-Hüftregion sind ein maßgeblicher Risikofaktor für Muskelverletzungen der unteren Extremität! 

Bei sportlichen Belastungen sind vor allem exzentrische, also abstoppende Belastungen, Auslöser für Muskelverletzungen und sollten dementsprechend technisch sauber trainiert werden. 

Merke: Trainiere erst zu stoppen und zu bremsen, bevor du Geschwindigkeit trainierst! 

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