Faszientraining

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Unsere Faszien durchziehen als Teil des Bindegewebes den gesamten menschlichen Körper. 

Sie verknüpfen letztlich beinahe jede Stelle innerhalb des Körpers miteinander und stellen damit einerseits ein Erklärungsmodell für viele Beschwerden dar, die scheinbar anatomisch nicht verknüpft zu sein scheinen. 

Zahlreiche funktionelle Beschwerden des Bewegungsapparats haben ihre Ursache häufiger in den faszialen Hüllen der Muskulatur, als in der Muskulatur selbst. 

Nach 6-18 Monaten zeigen sich bei regelmäßigen und gezielten Training der Faszien spür- und fühlbare Veränderungen. Ein nachhaltiges Faszientraining erfordert also etwas Geduld. Da Wasser einer der Hauptbestandteile ist, ähnlich wie in der Muskulatur, ist eigentlich logisch, dass auch das beste Training letztlich hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben wird, wenn ein Sportler nicht ausreichend trinkt. 

Faszien spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung, Speicherung und Übertragung von Kraft.

Faszien stützen nicht nur, sie haben auch eine wichtige Schutzfunktion, indem sie eine Barriere gegen Fremdkörper bilden. 

„It is not the strongest of the species, nor the most intelligent that survives. It is the one that is most adaptable to change.“ Charles Darwin

Faszien können verkleben. Das passiert sowohl bei längeren und intensiveren sportlichen, als auch bei einseitigen Belastungen oder eben bei zu wenig Bewegung. Dann verkleben Faszienregionen und büßen zum Teil ihre Funktionalität ein. Mit Techniken der Faszien-Entspannung löst man aktiv verklebte Faszien und regt die Hydratation (Bewässerung) und die Gleitfähigkeit des Gewebes wieder an. Mit verklebten Faszien zu Laufen ist vergleichbar einem Läufer mit zu enger Hose. 

Im Sportbereich wird Faszien-Release erfolgreich in der Vorbereitung vor einem Training und im Cool Down eingesetzt. Diese Trainingsform sollte etwa alle 48 Stunden eingesetzt werden, da es eine Zeit braucht, bis die Faszien wieder hydriert sind. 

Ein regelmäßiges Faszien-Release typischerweise verklebter Regionen verringert das Verletzungsrisiko. Eine gesunde Achillessehne kann beispielsweise etwa 10% gedehnt werden, eine stark verklebte Sehne zum Teil nur etwa 4%. 

Ich empfehle, zuerst die gesamte Muskellänge des Zielmuskels auszurollen und sich dann auf den schmerzhaft verklebten Bereich zu konzentrieren. Das Ausrollen sollte langsam erfolgen und die Richtung sollte in kleinen wechselnden Winkeln leicht variiert werden. Die Dauer sollte mindestens 90-120 Sekunden betragen. 

Zusammenfassung: 

  • Trainiere die Faszien 1-2 Mal pro Woche nach unterschiedlichen Prinzipien, besonders schmerzhafte Regionen alle 48 Stunden. 
  • Eine Trainingsdauer von wenigen Minuten pro Übungseinheit ist ausreichend 
  • Konzentriere dich auf die Wahrnehmung deines Körpers beim Training der Faszien, Bewegung ist wichtig - Spüren und Bewegen ist noch besser! 
  • Sei geduldig! Faszien passen sich im Vergleich zu anderen Geweben (z.B. Muskulatur) nur langsam an. 

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