Dehnen

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Die Frage nach dem ob, wann und wenn ja, wie richtig gedehnt werden soll, bleibt ein aktueller Diskussionspunkt bei Trainern und Sportlern gleichermaßen. 

Ganz entscheidend für die wissenschaftliche Bewertung der Frage, ob und wie gedehnt werden sollte, ist die Frage nach dem „Warum“.

Durch das Dehnen sollen folgende zwei Ziele erreicht werden: 

  • Verletzungsprophylaxe 
  • Leistungssteigerung 

Das führt direkt zur Frage der Zielgruppe „Wen“ dehnen wir? Muss sich ein Kind dehnen? Nein! Im Kindesalter dominiert eine natürliche Mobilität und es mangelt eher an Stabilität. 

Die Antwort auf die Frage nach dem „wen“ ergibt sich also aus der vorhandenen Mobilität. Sobald die individuelle Beweglichkeit unter das Normalmaß reduziert ist oder eine bestimmte Sportart eine das Durschnittsmaß überschreitende Mobilität erfordert, sollte unabhängig vom Lebensalter gedehnt werden. 

Timing

Die nächste wichtige Frage lautet natürlich jetzt noch: „Wann“ dehnen wir? 

Ich möchte aber bei dieser Frage auf die Zielgröße Beweglichkeit im Allgemeinen legen. Ein Sportler sollte auch - unabhängig von einer Trainingseinheit oder einem Wettkampf - eine solide Mobilität aufweisen. 

Ein Dehnungsprogramm unmittelbar nach dem Sport ist logischerweise nicht zur Vermeidung einer Trainingsverletzung oder zur direkten Leistungssteigerung geeignet. Zu überlegen ist gerade in Verbindung mit weiteren regenerativen Maßnahmen eine Beschleunigung der Regeneration und damit indirekt der möglichen Leistungsentwicklung durch eine Dehnung nach dem Training. 

Das Ritual des Dehnens vor oder nach dem Training weist auch noch eine ganz andere Dimension auf, wenn ich es unter dem Aspekt der „mentalen Vorbereitung“ betrachte. 

Atmung, Aufwärmen, Faszienbehandlung, Dehnen und korrigierende Übungen sind für mich persönlich ein wichtiger Schritt, um vom Alltag abzuschalten, mich zu Beginn auf mein Training zu fokussieren und im Anschluss an eine Trainingseinheit wieder in den Alltag überzugehen. Es tut mir einfach gut! In vielen Gesprächen mit anderen Sportlern habe ich ein ähnliches Feedback bekommen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Dehnung sehr viele positive Auswirkungen für den Sportler haben kann, wenn es im Rahmen eines ganzheitlichen Trainingskonzeptes sinnvoll eingebaut wird. 

  • Eine Leistungssteigerung ist unmittelbar vor einer sportlichen Leistung durch eine dynamische Dehnung nur geringfügig möglich 
  • Eine Verletzungsprophylaxe ist gerade bei Sportarten mit hoher Intensität oder hoher Anforderung an das Bewegungsmuster (ROM) möglich 
  • Eine gezielte Dehnung ist als ein Baustein eines Trainingskonzeptes zu verstehen. Eine zugrundeliegende individuelle Betrachtung des Athleten hinsichtlich Mobilität, Stabilität und neuromuskulärer Konstitution ist sinnvoll 

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